Meine Halloween Story: Saint Edward’s Hall

Ihr Lieben, als riesiger Halloween-Fan hatte ich richtig Lust, eine Halloweengeschichte zu schreiben. Ihr findet sie auch auf Wattpad, da aber nicht jeder sich dort anmelden möchte, auch hier. Viel Spaß! ❤

@Catherina Blaine

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Covington, Georgia, 31.Oktober

Der Indian Summer war im beschaulichen Städtchen Covington im Bundesstaat Georgia eingezogen und überzog die Blätter der alten Ahornbäume mit seinem farbenprächtigen Gewand aus leuchtenden Rot-, Orange- und Gelbtönen. Die Luft duftete würzig nach Blättern und Erde. Die schmucken Holzhäuschen waren bereits seit einigen Wochen feierlich geschmückt: Kürbisse, Herbstblumen und falsche Spinnenweben zierten die weißen Holzveranden mit den bequemen Schaukelstühlen darauf. In seinen hatte der alte Mr Miller sogar ein Plastikskelett mit Strohhut auf dem Kopf gesetzt, um die Kinder zu erschrecken. In einigen Gärten waren falsche Grabsteine, tanzende Geister und allerlei gruselige Gestalten aufgebaut worden. Ja, es war unverkennbar, dass Halloween vor der Tür stand und die gemütliche Kleinstadt sich auf das Geisterfest freute.

Ich war vor einigen Stunden von der Schule nach Hause gekommen. Nachdem ich mir einen Gemüseauflauf aufgewärmt und ihn verspeist hatte, war ich nach oben in mein Zimmer in unserem hübschen Häuschen gelaufen, um mich auf die Halloweenparty in meiner High School heute Abend vorzubereiten. Das Fest war ein echtes Highlight in unserem doch sehr ruhigen Städtchen. Mein Kostüm stand auch schon: Ich wollte als Fee gehen. Dazu würde ich einen silbrig schimmernden Body, ein Tutu aus vielen Lagen weißen Tülls, silbrig glänzende Strumpfhosen und natürlich zarte Feenflügel tragen. Ich warf einen Blick auf die Uhr. 18 Uhr – so langsam konnte ich damit beginnen, mich fertig zu machen. Um 21 Uhr würde die Halloweenparty steigen. Da ich keinen Freund hatte, war meine beste Freundin Emily mein Date, und mit ihr die Party unsicher zu machen würde ein Riesenspaß werden.

Dann ging ich hinüber in mein eigenes Bad, das an mein Zimmer anschloss. Dass das ein echter Luxus war, war mir bewusst. Ich ließ mir ein duftendes Schaumbad ein. Nachdem ich mich eine gute halbe Stunde darin entspannt hatte, entstieg ich den Schaumbergen und begann, meinen Lockenstab aufzuheizen. Mein langes, dunkelblondes Haar wollte ich heute offen und in weiche Wellen gelegt tragen. Nachdem ich mich mit einer duftenden Bodylotion eingecremt hatte, begann ich mich zu schminken. Das Bad war groß genug, um Platz für meinen hübschen Schminktisch zu bieten, auf dem sich allerlei Döschen und Parfumflakons tummelten. Zarter Silberschimmer auf meinen Augenlider und Wangenknochen setzte raffinierte Akzente. Zuletzt betonte ich meine Lippen mit meinem Lieblings-Lipgloss von Victoria’s Secret, das leicht glitzerte und nach Pfefferminz schmeckte.

Zufrieden betrachtete ich mein Werk. Der Silberstaub ließ meine dunklen Augen geheimnisvoll wirken, und nachdem ich auch mit meinen Haaren fertig war, gefiel ich mir richtig gut. Auch mein Körper und mein Haar bekamen noch eine letzte Prise Silberstaub ab. Leise summend ging ich in mein gemütliches Zimmer mit der gepolsterten Sitzbank am Fenster und dem Himmelbett hinüber und schlüpfte in mein Feenkostüm. Ich drehte mich einmal vor meinem ovalen Standspiegel. Mir gefiel, was ich sah.

Da hupte es auch schon vor der Tür. Emily war schon da. Schade, dass meine Eltern noch bei der Arbeit waren und mich gar nicht sehen konnten. Im Hinauseilen warf ich mir eine Jacke über, und dann sprang ich zu Emily ins Auto. Sie hatte bereits Partymusik aufgedreht und begrüßte mich überschwänglich. „Hey, Alyssa!“, rief sie und drückte mir ein Küsschen auf die Wange. Meine beste Freundin war sehr hübsch. Sie hatte philippinische Vorfahren, was ihr einen exotischen Touch verlieh. Sie hatte sich als eine Art sexy Pocahontas verkleidet und sah einfach zum Anbeißen aus. Ich war mir sicher, dass sie heute Abend einige Herzen brechen würde. Emily gab Gas, und fröhlich plaudernd fuhren wir Richtung High School.

Als wir die Schule erreichten, sahen wir schon viele Kids, die in Grüppchen in das Spukhaus strömten. Werwölfe, Vampire, Hexen, Mumien und jede Menge andere Gruselgestalten tummelten sich vor dessen Eingang. Das Spukhaus war eine riesige, leerstehende Halle, in der sonst alles mögliche Gerümpel aufbewahrt wurde. Doch das Dekorationskomitee, zu dem auch Emily und ich gehörten, hatte ganze Arbeit geleistet. Das Spukhaus wirkte wirklich recht schaurig. Von drinnen schallte laute Musik heraus, und wir mischten uns unter die anderen Schüler. Wir folgten der Menge durch einen langen, dunklen Gang, in dem Schreie (natürlich vom Tonband) und schaurige Musik zu hören war. Plötzlich griff etwas aus der Dunkelheit nach mir, und ich schrie auf. Emily lachte, denn sie wusste genau so gut wie ich, dass einige Freiwillige sich als „Geister“ im schwarzen Gang verdingten und einer von ihnen nach mir gegriffen haben musste. Dann erreichten wir endlich das Ende des schaurigen Ganges und betraten das Spukhaus.

Die riesige Halle sah einfach umwerfend aus: Kronleuchter baumelten von der Decke, an denen riesige schwarze Spinnen und Fledermäuse befestigt waren. Überall hingen Spinnweben, und hunderte Kerzen in silbernen Kerzenleuchtern spendeten schummriges Licht. Eine als Vampire verkleidete Band spielte, und diverse Attraktionen wie der Friedhof der lebenden Toten, die Gruft der Vampire, die Monsterinsel, der Alien-Landeplatz und die Mumien-Einwickelstation erwarteten die Gäste. Auch beim Büffett war nicht gespart worden – schaurige Speisen wie roter „Blutpudding“, abgehackte Finger aus Tofuwürstchen, Spinnensalat, Geister-Muffins, ein riesiger Topf voller Kürbissuppe und jede Menge andere Leckereien lockten. In Glaskaraffen wartete literweise „Blut“ darauf getrunken zu werden, das natürlich aus Tomatensaft, Johannisbeersaft und rotem Punsch bestand.

Emily und ich gingen hin, um uns einen Punsch zu holen. Kichernd zog Emily eine Mini-Proseccoflasche unter ihrem Indianer-Cape hervor und goss heimlich etwas davon in unsere Gläser. Wir grinsten und stießen an. „Auf ein gruseliges Halloween!“ Wie gruselig es noch werden würde, ahnte ich nicht.

In diesem Moment rempelte mich jemand an. Ich fuhr herum. Natürlich war es Blair Milton gewesen. Diese blöde Ziege! Blair war die selbst ernannte Queen der Robertson High, die Tochter des reichsten Mannes im Ort und entsprechend eingebildet. Ihr Gefolge aus Marnie Johnson und Jeanne Chesters war wie immer rechts und links von ihr positioniert. Blairs kühle blaue Augen musterten mich spöttisch. Ihr brünettes Haar war zu einer wilden Mähne auftoupiert und ihr perfekt trainierter Körper steckte in einem äußerst knappen Wonder Woman-Kostüm.

„Pass doch auf, du Trampel!“, fuhr sie mich an. Ich schnappte nach Luft. „Na hör mal, du hast mich doch …“ Doch Blair ließ mich gar nicht weiter zu Wort kommen. „Wie … niedlich„, sagte sie abfällig, zog die feinen Augenbrauen hoch und ließ ihren Todesblick über die Kostüme von Emily und mir schweifen. Dann machte sie auf dem Absatz ihrer Killer-Heels kehrt, nicht ohne mir nochmal ihren knochigen Ellenbogen in die Seite zu stoßen, und ließ uns dumm stehen. Emily schnaubte.

„Diese alte Hexe! Ich schwöre dir, wenn ich einen Fluch wüsste … ich würde ihr Pickel, Pusteln, jede Menge Fett und Haarausfall anhängen!“ Meine wie ein Rohrspatz schimpfende Freundin amüsierte mich und brachte mich schon wieder zu Lachen. Emily stimmte ein, und kurz darauf war Blair vergessen.

Wir mischten uns unter die Gruselfiguren und grüßten mal hier, mal da Freunde aus der Schule. Die Vampirband ging in die Pause, und ein DJ legte nun auf. Emily zog mich am Arm auf die Tanzfläche. Wir tanzten ausgelassen, als ein paar Jungs sich zu uns gesellten. Es waren beliebte Spieler aus dem Rugbyteam, die Emily gut kannte. Mike Carter und Finn Helston hatten ihre muskulösen Körper in Kostüme gezwängt, die wohl historische Mörder darstellen sollten. Mike begann, ziemlich sexy mit Emily zu tanzen, die den Spaß gerne mitmachte. Sie waren früher mal zusammen gewesen und verstanden sich immer noch ziemlich gut.

Sein blonder Kumpel Finn zauberte einen Flachmann aus seiner Westentasche und bot mir einen Schluck an, doch ich schüttelte den Kopf und tanzte einfach mit ihm weiter. Er schlang seinen kräftigen Arm um mich, und begann mich ebenfalls anzutanzen. Ich mochte Finn, aber das wurde mir jetzt doch etwas zu viel des Guten. Ich warf einen Blick zu Emily, doch die hatte nur Augen für Mike.

Ich überlegte gerade, wie ich die Situation möglichst ohne Peinlichkeiten auflösen könnte – da wurde Finn plötzlich unsanft von mir weggezogen. Ich blinzelte. Hinter ihm stand ein Mädchen, das ich noch nie gesehen hatte. Sie war wunderschön. Ihr helles, blondes Haar war kunstvoll zerzaust und sie trug ein zerfetztes weißes Spitzenkleid, das voller Blut war. In ihrem Haar waren glitzernde Spinnen befestigt, und sie trug altmodischen Silberschmuck. Ihre Haut hatte einen seltsamen Glanz, den ich sogar im dämmrigen Licht des Spukhauses erkennen konnte.

„Leihst du mir diese junge Lady mal aus?“, fragte sie Finn mit rauchiger Stimme. Der starrte sie wie hypnotisiert an und ließ mich langsam los.

„Danke“, sagte sie kühl und zwinkerte ihm langsam mit einem schwarz umschatteten Auge zu. Dann gab sie ihm einen sachten Stoß mit ihrer zarten, weißen Hand, und der kräftige Sportler taumelte auf Mike und Emily zu, die nichts mehr um sich herum mitzubekommen schienen.

„Komm“, sagte das Mädchen zu mir, und wie unter Zwang folgte ich ihr. Na immerhin hatte sie mich von Finn befreit. Ich folgte dem Mädchen in das aufgebaute Spiegellabyrinth.

„Wer bist …“, rief ich ihr nach, denn sie entfernte sich immer schneller von mir. Ich lief ihr nach und geriet langsam außer Puste. Meine geisterhaften Spiegelbilder verfolgten mich. Ich sah gerade noch einen Fetzen ihres weißen Kleides, dann bog sie um eine Ecke. Und plötzlich war sie verschwunden. Ich musste sie im Labyrinth irgendwie aus den Augen verloren haben.

Verwirrt sah ich mich um. Da stach mir etwas Weißes ins Auge. Auf dem Boden des Spiegellabyrinthes lag ein Brief. Ich bückte mich und hob ihn langsam auf. Der Umschlag war aus schwerem, luxuriösem Papier. Ich drehte ihn um. „Alyssa Harper“ stand in schwarzen, schwungvollen Lettern auf der Vorderseite. Neugierig riss ich den Brief auf und lief näher an eine der Kerzen heran, die das Spiegellabyrinth mehr schlecht als recht beleuchteten.

Einladung zum Halloween-Ball in Saint Edward’s Hall 

Alyssa Harper, Sie sind mit Begleitung zum großen Ball in Edward’s Hall am Abend des 31. Oktober eingeladen“, stand dort. Mehr nicht.

Das war ja seltsam. Saint Edward’s Hall war das riesige alte Herrenhaus oben auf dem Hügel, etwas außerhalb von Covington. Es stand seit Ewigkeiten leer und galt als verwunschen. Viele der älteren Bewohner der Stadt schworen Stein und Bein, dass es dort spukte, und seit in den Siebziger Jahren dort ein Mädchen unter ungeklärten Umständen verschwunden war, war es verboten, das leere Haus zu betreten. Was, um alles in der Welt, hatte also eine Einladung in dieses Spukhaus zu bedeuten? Eine innere Stimme flüsterte mir zu, dass ich den Brief am besten zerreißen und einfach vergessen sollte. Und doch … das seltsame blonde Mädchen war so faszinierend gewesen, dass ich unglaublich neugierig war, was dahinter stecken mochte. Ich presste den Brief an mich, und irgendwie fand ich den Weg aus dem Spiegellabyrinth heraus.

Auf der Tanzfläche entdeckte ich Emily und Mike, die immer noch miteinander beschäftigt waren. Finn hatte schon ein neues Opfer gefunden: Er rieb seine Hüfte an der knochigen von Blair Milton. Ich grinste spöttisch. Immerhin verlor er keine Zeit. Ich drängte mich durch die tanzende Menge und tippte Emily auf die Schulter. Mit etwas Überredungskunst gelang es mir, sie von Mike wegzulocken. Wir gingen zum Stand, um uns noch einen Punsch zu holen. Dabei erzählte ich Emily von der seltsamen Einladung und dem blonden Mädchen. Sie riss die Augen auf.

„Mensch Alyssa, komm, das machen wir! Endlich mal eine Chance, in diesem Kaff echt was zu erleben!“ Sie war nicht zu bremsen und zerrte mich hinter sich her zu den Jungs, bevor ich die Chance hatte, ihr von meinen Befürchtungen bezüglich des Gruselhauses zu erzählen. „Hört mal Jungs, Alyssa hat die Wahnsinnsparty aufgetan! Im alten Edwards-Haus steigt heute irgendwas, da müssen wir hin!“ Mike und Finn, die schon leicht angetrunken wirkten, stimmten begeistert zu. Finn hatte den Arm um Blair geschlungen.„Aber sie kommt dann auch mit“, sagte er anzüglich grinsend. Ich verdrehte die Augen.„Ja ja, von mir aus“, erwiderte Emily, deren Augen vor Begeisterung leuchteten. Blair rollte ebenfalls übertrieben mit den Augen, schien ihre rot lackierten Krallen aber auch nicht von Finns knackigem Body lassen zu wollen.

„Los Leute, dann ist es abgemacht, wir fahren“, grölte Mike und bahnte uns einen Weg durch die Tanzenden. Alle lachten und stellten Vermutungen an, was es mit der Party in dem leerstehenden Haus auf sich haben könnte. Ich folgte ihnen mit einem unguten Gefühl, wollte aber nicht als Feigling dastehen.

Die kleine Gruppe verließ das Spukhaus. Mike führte uns zu seinem teuren Geländewagen, in dem wir alle Platz hatten. Meinen zaghaften Einwand, dass er doch schon getrunken habe, winkte er ab. Niemand ging auf meine Sorge diesbezüglich ein. Ich seufzte und stieg hinten in den Wagen, neben Mike und Emily, die ungeniert weiterfummelten. Blair hatte es sich auf dem Beifahrersitz bequem gemacht und ließ ihre Hand über Finns Oberschenkel gleiten. Sie sah mich durch den Rückspiegel aus schmalen Augen an und grinste gehässig. Tatsächlich kam ich mir jetzt wie das fünfte Rad am Wagen vor.

Mike ließ den Motor des teuren Wagens röhren und fuhr los. Nachdem wir die kleine Stadt und ihre Halloweenlichter hinter uns gelassen hatten, waren die Straßen dunkel. Die Bäume wirkten in der Nacht wie Skelette, und Wolkenfetzen zogen rasend schnell am blassen, weit entfernten Mond vorbei. Es war Vollmond. Krähen stiegen laut schreiend aus einem kahlen Baum auf, als Mike vorbeifuhr. Er drehte das Radio auf, und lauter Hip Hop schallte aus den Boxen. Blair hatte vorne im Wagen eine Flasche Champagner gefunden („hat mein Alter beim Golfen von seinem Geschäftspartner bekommen und ich hab sie mitgenommen“, hatte Mike gebrummt) und entkorkte sie laut kreischend, während sie sie aus dem Fenster hielt. Dann ließ sie die Flasche herumgehen. Langsam lockerte sich meine Stimmung. Was sollte schon passieren – immerhin waren wir zu fünft und hatten zwei kräftige Rugbyspieler dabei.

Mike fuhr nun hügelaufwärts. Wir näherten uns Saint Edward’s Hall. Riesig, bedrohlich und schwarz ragte seine Silhouette gegen den Nachthimmel vor uns auf. Das riesige Haus war mit Türmchen, Erkern und steinernen Wasserspeiern verziert. Doch nun waren zum ersten Mal seit Jahren geheimnisvolle Lichter hinter den Fenstern zu sehen und leise, klagende Musik wehte zu uns herüber. Wir stiegen aus dem Wagen und musterten das Haus einen Moment lang sprachlos. Seit Ewigkeiten war niemand mehr von uns hier gewesen. Dann kicherte Blair schrill und sagte: „Los, lasst uns nachsehen, was in dem alten Kasten los ist!“ Die Jungs gaben sich High Five und schritten forsch voran. Ich bildete das Schlusslicht und trödelte langsamer als nötig hinter den anderen her.

Wir stiegen die riesige steinerne Treppe hinauf, die zu dem ebenfalls riesigen Eingangstor führte. Gefährlich aussehende Wasserspeier bewachten es. Mir lief eine Gänsehaut über den Rücken. Plötzlich schwang die Tür auf, und Musik flutete uns entgegen. Das blonde Mädchen stand im Türrahmen. Alle starrten sie an, und sie lächelte maliziös. Finn fing sich als Erster und pfiff leise, was ihm einen bösen Blick von Blair einbrachte. Die Blonde ließ ihren seltsamen Blick über uns schweifen und machte dann eine graziöse Handbewegung. „Tretet ein“, sagte sie melodiös. „Ich bin Noelle und habe euch geladen. Nun, eigentlich nur Alyssa, aber wenn ihr schon mal da seid …“ Ich schnappte nach Luft. Woher kannte sie überhaupt meinen Namen? Doch ich folgte den anderen wie benebelt in das Haus. Hinter uns fiel krachend die Tür ins Schloss. Ich zuckte zusammen.

Leichten Schrittes ging Noelle voran, und wir betraten die große Eingangshalle von Saint Edward’s Hall. Eine riesige Freitreppe führte nach oben, luxuriöse Kronleuchter spendeten dämmeriges Licht und unzählige Kerzen sowie ein wild flackerndes Kaminfeuer waren entzündet. Alles war verschwenderisch dekoriert, dabei aber unglaublich stilvoll. Ich erblickte eine Kapelle, die die seltsame, altmodische Musik spielte. Sie trugen Anzüge wie aus dem 19.Jahrhundert. Die Halle war mit gut dreihundert kostümierten Gästen bevölkert – und alle sahen auf ihre Art und Weise umwerfend aus. Da waren schlanke, makellose Mädchen, die wie Models aussahen, in verführerischen Kostümen, die mit ebenso gutaussehenden Männern schäkerten und Champagner tranken. Die älteren Herrschaften waren ebenfalls alle sehr gepflegt und aufwändig kostümiert. Ich erblickte Rokoko-Kostüme, solche die an den venezianischen Karneval erinnerten und diverse weitere Verkleidungen, die schauderhaft-schön waren.

Ein blasses Mädchen hatte riesige Fledermausflügel umgeschnallt, der Mann neben ihr war wie ein Vampir mit einem blutroten Umhang verkleidet. Von seinen Lippen perlte Blut, das für meinen Geschmack viel zu echt aussah. Überhaupt wirkten all diese Kostüme so … echt. Keines schien aus einem Kaufhaus oder einem Onlineshop zu stammen. Diese Kostüme wirkten … real.

Noelle schien meinen Blick zu bemerken, denn sie lächelte mir rätselhaft zu. „Nun, trinkt erst einmal etwas. Wo sind bloß meine Manieren?“, sagte sie gespielt reumütig. Sie winkte einen Kellner heran und reichte jedem von uns ein verziertes Kristallglas, in dem eine blutrote Flüssigkeit schimmerte. „Na dann: Auf das schaurigste Halloween, das ihr je erleben werdet.“ Sie lachte perlend. Noelle hob ihr Glas, und alle stießen mit ihr an. Das Getränk schmeckte seltsam – süß, aber zugleich auch scharf. Es perlte ungewohnt auf meiner Zunge und hinterließ ein unangenehmes Gefühl von flackernder Hitze in meinem Inneren.

Plötzlich keuchte Blair auf und begann sich hektisch zu kratzen. Ich sah die Schulzicke verwirrt an. Auf Blairs makelloser Haut, von der sie in ihrem Wonder Woman Kostüm jede Menge zeigte, erschienen wie aus dem Nichts riesige rote Flecken, die furchtbar zu jucken schienen. Sie raufte sich das Haar – und hatte auf einmal ein großes Büschel ihrer brünetten Mähne zwischen den Fingern. Blair kreischte auf. Mein Blick fiel auf Noelle. Sie beobachtete das Ganze mit einem Gesichtsausdruck, den man nur als verschlagen bezeichnen konnte. Und .. amüsiert.

„Ich würde ihr Pusteln und Haarausfall anhexen …“ Plötzlich musste ich wieder daran denken, was Emily zu mir gesagt hatte. Auch sie starrte Blair verwirrt an. Die kratzte sich immer hektischer und zappelte hysterisch herum. Finn wich angewidert zurück. Da machte Noelle eine knappe Handbewegung und sagte: „Ich glaube, du solltest dich mal darum kümmern. Misses Zykanthos hier kann dir vielleicht helfen.“ Damit winkte sie eine ältere Dame herbei, die ganz in Schwarz gekleidet war. Sie nahm die widerstrebende Blair am Arm und zog sie mit sich weg. „Keine Sorge um die liebe Blair, Misses Zykanthos kennt sich mit … Allergien aus. Blair wird bald so gut wie neu sein und dann wieder zu euch stoßen. Doch nun kommt, es gibt viel zu sehen und die Nacht ist kurz …“

Die Jungs hingen wie gebannt an Noelles schönen Lippen, und auch Emily wirkte wie in Trance. Sie hing an Mikes Arm. Finn ließ derweil lüstern seine Augen über Noelles zarte Kurven in dem dünnen Spitzenkleid gleiten. Er schien Blair schon vergessen zu haben. Noelle setzte sich in Bewegung und schritt die große Treppe hinauf. Die anderen folgten ihr wie die Schafe. Plötzlich merkte ich, wie schwindelig mir was. Das musste an dem ungewohnten Alkohol liegen. Noelle schien es zu bemerken und sagte: „Vielleicht solltest du ein wenig frische Luft schnappen. Ich führe die anderen herum, du kannst ja dann gleich nachkommen. Hinter dieser Flügeltür ist ein Balkon, dort kannst du einen Moment durchatmen.“

Sie stieß mich sanft in Richtung der Tür und ging selbst weiter den düsteren Gang entlang. Die anderen folgten ihr. Niemand sah sich nach mir um. Tolle Freunde, dachte ich. Mit Emily würde ich morgen definitiv ein Wörtchen reden müssen. Ich trat auf den kleinen, steinernen Balkon hinaus und holte tief Luft. Der Vollmond hing schwer zwischen den Wolken, und ein Nachtvogel sang ein klagendes Lied. Ich blieb einige Minuten dort und nahm ein paar tiefe Atemzüge. Dann beschloss ich, zu den anderen zurückzukehren. Sehr weit konnten sie ja noch nicht gekommen sein.

Doch als ich auf den Gang hinaus trat, war niemand mehr zu sehen. Suchend blickte ich mich in dem düsteren, riesigen Haus um – doch meine Freunde und Noelle waren wie vom Erdboden verschluckt. Ein leichtes Gefühl der Panik machte sich in mir breit. Kein Mensch wusste, dass ich hier war, und ich würde niemals allein ohne Auto von hier wegkommen. Ich lief los, in die Richtung, in der ich hoffte, Noelle und die anderen zu finden.

Plötzlich trat ein Schatten aus einer Nische in der Wand auf mich zu. Ich sah nur einen hochgewachsenen, schwarzen Schemen, der beinahe gegen mich prallte, und schrie leise auf. Da fiel das Mondlicht durch das große, gothische Fenster, und ich konnte das Gesicht der Gestalt erkennen. Es war ein junger Mann. Er war schön. Nicht nur attraktiv, wie manche TV-Stars oder ein paar Jungs in der Schule. Sein Gesicht war makellos. Er hatte helle Haut, hohe Wangenknochen, ein perfekt geschnittenes Kinn und Augen, die im fahlen Licht des Mondes fast golden wirkten. Sein Haar war tiefschwarz. Es war das schönste Gesicht, das ich je gesehen hatte.

Um den Hals trug er eine goldene Halskette mit einem kleinen Kreuz. Der Junge trug einen perfekt sitzenden, wenn auch etwas altmodischen Anzug. Aber das hier war ja auch eine Halloweenparty, dachte ich fieberhaft. Plötzlich überkam mich ein sehr seltsames Gefühl. Es war, als würde ich diesen Jungen schon ewig kennen. Als sei er der Teil von mir, der mir fehlte. Aber das konnte doch gar nicht sein. Ich hatte ihn noch nie gesehen, und überhaupt, wer waren all diese Leute hier überhaupt? Das Haus hatte doch Ewigkeiten leer gestanden! Ich zitterte leicht, und der Junge legte seine Hände sanft auf meine Schultern. „Alles ist gut“, sagte er beruhigend – und tatsächlich, kaum dass er die Worte ausgesprochen hatte, spürte ich, wie die Angst und Verwirrung von mir abfiel. Auch seine Stimme war wunderschön. Ich sah wie verzaubert zu ihm auf.

„Oh, verzeih, ich habe mich gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Julian, Julian Edwards.“„Edwards?“, krächzte ich. „Wie in … Saint Edward’s Hall?“ Ich starrte ihn an.„Ja“, erwiderte Julian schlicht. „Ich bin ein Nachfahre von Ebenezer Edwards, der das Haus erbaute.“

„Wow“, machte ich wenig geistreich. Julian lächelte, ein kleines, trauriges Lächeln.

„Und was machst du hier ganz allein mitten in der Nacht?“, forschte er nach.

„Äh, ich habe meine Freunde verloren, und Noelle …“

„Noelle?“, fragte er scharf, und eine zornige Falte erschien zwischen seinen schönen goldenen Augen.

„Ja, sie hat mich zu der Halloweenparty eingeladen …“, stammelte ich.

Aus irgendeinem Grund schien das Julian sehr zu verärgern. Er packte mich am Arm und zerrte mich durch den dunklen Gang hinter sich her. Wir erreichten eine verzierte Holztür, die Julian wütend aufstieß. Dahinter lag ein verschwenderisch eingerichteter Raum, der einem Boudoir glich. Und darin entdeckte ich meine Freunde – und Noelle sowie drei weitere Mädchen. Sie waren ebenso schön wie sie. Eine hatte rotes Haar, die andere rabenschwarzes und die Dritte fast goldenes. Auch sie trugen altmodische Kleider.

Doch … was machten sie da? Mein Hirn weigerte, sich zu verstehen, was ich sah. Emily, Blair, Finn und Mike lagen auf einem riesigen Himmelbett mit blutrotem Baldachin ausgestreckt. Sie sahen aus wie … tot. Noelle und die beiden anderen Mädchen hatten sich über sie gebeugt und schienen sie zu … küssen? Noelle hatte sich Finn angenommen, das rothaarige Mädchen Emily und die Schwarzhaarige war über Mikes lebloses Gesicht gebeugt. Die Goldblonde machte sich an Blair zu schaffen.

„Diferă!“, brüllte Julian mit donnernder Stimme. Was dann geschah, erschien mir wie aus einem Horrorfilm: Die unheimlichen Mädchen wurden wie von einer unsichtbaren Hand in die Höhe gerissen, die Gesichter vor Zorn verzerrt. Sie schrien, ein grauenhafter, schriller Ton, wie ich ihn noch nie zuvor gehört hatte. Dann flirrte die Luft um sie herum, ich vernahm einen stechenden Schwefelgeruch … und sie verschwanden einfach. Ich starrte Julian fassungslos an.

Mit einem Mal wurde mir furchtbar schwindelig. Ich schwankte, meine Beine gaben unter mir nach. Julian fing mich auf und hielt mich in seinen Armen. Er sah mich eindringlich an, seine goldenen Augen schienen zu leuchten. Sein Gesicht sah so traurig und verzweifelt aus, und er starrte mich an, als wolle er sich mein Gesicht für immer einprägen. Dann küsste er mich. Ich vernahm eine leise, seltsame Musik, wie ein Glockenspiel aus uralter Zeit. Ich fühlte mich, als würde ich schweben.

Dann legte sich ein schwarzer Schleier über mich und umfing mich mit eisigem Hauch. Julians goldene Augen entfernten sich immer weiter von mir. Ich verlor das Bewusstsein und sank in bodenlose Tiefe.

Covington, Georgia, 1.November, fünf Uhr morgens

Ich erwachte. Mein Kopf dröhnte, und mir tat alles weh. Langsam öffnete ich meine geschwollenen Augen. Wo, zum Teufel, war ich hier? Mein Blick schweifte durch einen Raum, der früher einmal sehr prachtvoll gewesen sein musste. Doch er sah aus, als sei er seit Jahrzehnten nicht mehr bewohnt worden. Ich richtete mich vorsichtig auf und bemerkte, dass ich in einem Himmelbett lag. Der Baldachin darüber musste einmal blutrot gewesen sein, doch jetzt war er zerschlissen und nur noch ein blasses Rot verriet etwas von der früheren Pracht.

Mein Blick schweifte zu Blair, Emily, Finn und Mike, die ebenfalls in dem riesigen Bett lagen. Sie regten sich nicht. Blitzartig kamen die Bilder der letzten Nacht zurück. Ich rüttelte hektisch an Finns Schulter und schlug ihm auf die Wangen, doch er reagierte einfach nicht. Auch Emily, Blair und Mike waren nicht aufzuwecken. Immerhin atmeten sie flach. Eine Panikattacke stieg in mir hoch. Was war nur mit ihnen los? Hektisch sprang ich auf, so dass mir schwindelig wurde. Ich musste Hilfe holen, sie brauchten einen Arzt!

Ich stolperte aus dem Raum hinaus in den Gang. Auch hier war alles totenstill und sah aus, als sei seit Ewigkeiten niemand mehr hier gewesen. Das Haus wirkte verfallen, und über allem lag eine dicke Staubschicht. Wie konnte das sein? Hier war doch gestern noch alles voller Leute gewesen, die einen Halloween-Ball gefeiert hatten! Ich hatte das Gefühl, langsam verrückt zu werden. Ich stolperte in Richtung der riesigen Treppe. Ich musste hier raus, ich musste Hilfe holen.

Saint Edward’s Hall lag sehr abgelegen, es würde ewig dauern, bis ich zu Fuß den Ort erreicht hatte. Ich verfluchte den Umstand, dass niemand von uns ein Handy dabei hatte, doch wir hatten zu unseren Kostümen keine Taschen getragen und deshalb unsere Telefone zu Hause gelassen. Auch die Jungs hatten keinen Platz dafür in ihren Kostümen gehabt. Ich erreichte die große Treppe und wollte gerade die Stufen hinab eilen, als ich über etwas stolperte.

Auf der obersten Stufe lag ein Buch. Es sah uralt aus. Das Buch war in blutrotes Leder gebunden und mit seltsamen goldenen Symbolen verziert. Es schien mich auf geheimnisvolle Weise zu sich zu ziehen. Wie in Trance streckte ich die Hand aus und griff nach dem Buch. Es schmiegte sich geradezu in meine Hand. Plötzlich verschwendete ich keinen Gedanken mehr an meine Freunde. Ich musste dieses Buch einfach lesen, und zwar sofort. Ich setzte mich wie hypnotisiert auf die oberste Stufe der Treppe und schlug das Buch auf. Seine brüchigen, pergamentartigen Seiten waren mit goldener Schrift eng beschrieben. Einige Absätze sprangen mir wie von allein ins Auge:

„In der Halloweennacht ist der Schleier zwischen den Welten am dünnsten. Dann wandeln die bösen Geister auf der Erde … Ihr Bestreben ist es, in der Mitternachtsstunde die Kraft der Lebenden zu stehlen, um zurück zu kehren. Mit ihrem Kuss rauben sie ihren Opfern die Lebensenergie und kehren als Dämonen in Menschengestalt zurück. Mit ihrer Schönheit und Sinnlichkeit gelingt es ihnen immer wieder, den Verstand ihrer Opfer zu umnebeln. Zahlreiche Dämonen sind so im Laufe der Jahrhunderte auf die Erde zurückgekehrt.

Doch es gibt den Einen, der sie bekämpft. Allein ein gefallener Engel vermag es, den Bannspruch zu sprechen und die Dämonen und Geister in die Schattenwelt zurück zu bannen. Denn in seinen Adern fließt auch ein Teil Dämonenblut. Daher jagen und verfolgen die bösen Wesen ihn, wo immer sie können. Sein Name ist Iulian. Sein Glaube verleiht ihm seine große Macht. Dies ist sein göttlicher Talisman:“

Es folgte eine verblasste Tuschezeichnung. Moment mal, das war doch … Das hier sah aus, wie das Kreuz, das Julian um den Hals getragen hatte. Ich kniff die Augen zusammen und studierte die Zeichnung genau. Ich war mir ganz sicher, dass hier sein goldener Anhänger abgebildet war. Julian … Iulian?

Mein Herz zog sich beim Gedanken an ihn zusammen. Ich fühlte mich, als sei ein Teil von mir geraubt worden, als er verschwunden war. Ich blätterte weiter. Da entdeckte ich eine weitere verblassende Zeichnung, die den Engel Iulian im Kampf gegen die Dämoninnen der Hölle darstellte. Es war wie ein Schock, doch kein Zweifel – das war er. Aufgeregt las ich weiter: „Nur die eine, reine Liebe kann den gefallenen Engel von seinem ewigen Fluch befreien und ihn zurück in die Welt der Lebenden bringen. Doch dies ist ein schier unmögliches Unterfangen. Es bedarf …“

Und genau an dieser Stelle brach das Buch ab. Ich schrie vor Wut leise auf. Das konnte doch alles nicht wahr sein! Gedankenverloren strich ich vorsichtig mit dem Finger über die Zeichnung von Julian. In diesem Moment vernahm ich ein leises Klirren, und etwas fiel zwischen den Seiten des Buches heraus. Es war eine goldene Kette mit einem kleinen, schlichten Kreuz als Anhänger.

 

 

Epilog

Nachdem ich die goldene Kette berührt hatte, waren Emily, Blair, Finn und Mike plötzlich wieder erwacht. Sie hatten keine Erinnerungen mehr an die Halloweennacht. Ihre einstimmige Erklärung lautete, dass wir wohl alle viel zu viel getrunken haben mussten. Dann hätten wir uns auf den Weg ins Spukhaus auf dem Hügel gemacht, hier weiter getrunken und vielleicht auch ein paar Pillen eingeworfen (das kam von Mike). Dann wären wir hier eingeschlafen.

Zum Glück stand Mikes Auto noch vor dem Herrenhaus, so dass wir nach Hause fahren konnten – wo uns alle eine ordentlich Standpauke von unseren Eltern erwarten würde. Niemand glaubte mir meine Geschichte über den Hergang der Halloweennacht. Eine große Gesellschaft sollte hier gestern noch gefeiert haben, hier in diesem seit Ewigkeiten verlassenen Haus? Ich musste wohl noch mehr getrunken haben als sie alle zusammen, ha-ha!

Ich schwieg. Denn ich wusste es besser.

Und ich würde alles daran setzen, das Geheimnis zu lösen und Julian zurück zu holen.

Ende

Wenn Euch diese Geschichte gefallen hat, schaut doch vielleicht auch einmal in „Sommerfinsternis“ hinein – wer noch nicht hat 🙂

 

Foto: Blueboxtree.com

 

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